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Aktion Rote Schuhe Foto: SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag
Dr. Thela Wernstedt auf der Landtagstreppe beim Aufstellen der roten Schuhe

30. April 2021: Aktion „Rote Schuhe“ auf der Landtagstreppe gegen den Austritt der Türkei aus der Istanbul Konvention – „Rote Schuhe“ als Symbol gegen Gewalt an Frauen

Mit Dutzenden roten Schuhen auf der Landtagstreppe in Hannover haben Abgeordnete aller Fraktionen gegen den Austritt der Türkei aus der Istanbul Konvention protestiert. Dabei handelt es sich um ein internationales Abkommen zum Schutz von Frauen vor Gewalt; kürzlich hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Austritt seines Landes aus dem 2011 vom Europarat ausgearbeiteten Abkommen verkündet. Initiiert wurde diese Aktion von den gleichstellungspolitischen Sprecherinnen aller Fraktionen, Dr. Thela Wernstedt (SPD), Gudrun Pieper (CDU), Imke Byl (Bündnis 90/ Die Grünen), Susanne Schütz (FDP).

An dem Protest beteiligten sich unter anderem Landtagspräsidentin Gabriele Andretta, Gesundheitsministerin Daniela Behrens (beide SPD) und Marion Övermöhle-Mühlbach, Vorsitzende des Landesfrauenrates und zahlreiche Abgeordnete. Gefordert wurde dabei auch Solidarität mit von Gewalt betroffenen Frauen in Deutschland.

Bei der Aktion sollte jedes Paar Schuhe für eine Frau stehen, die durch Gewalt gestorben ist, wobei die Farbe Rot für vergossenes Blut steht. Die Aktionsform geht zurück auf die mexikanische Künstlerin Elina Chauvet, die das Projekt «Zapatos Rojos» (Rote Schuhe) 2009 ins Leben gerufen hat und schon in verschiedenen Ländern Aktionen mit roten Schuhen gemacht hat, um an vermisste, misshandelte, vergewaltigte und ermordete Frauen zu erinnern.

«Die Gewalt gegenüber Frauen besonders im häuslichen Umfeld hat während der Pandemie massiv zugenommen», mahnte die SPD-Abgeordnete Thela Wernstedt. «Auch in Niedersachsen wird durchschnittlich in jeder Woche eine Frau durch Partnerschaftsgewalt getötet. Wir wollen und dürfen das nicht hinnehmen.»

Den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention sei laut Wernstedt ein schwerer Schlag: „Wir sind mit den Frauen in der Türkei solidarisch, die sich gegen die Zurückweisung der Schutzverpflichtungen für Frauen in der Türkei wehren. Frauen haben ein Recht auf ein gewaltfreies Leben, überall auf der Welt. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Das ist keine Frage kulturell begründeter Unterschiede, sondern ein Menschenrecht.“

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