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8. März 2021: Wernstedt: Frauen überproportional häufig Opfer von Gewalt – Stalking ist lebensbedrohlich

„Am internationalen Frauentag wird immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen weltweit überproportional häufig Opfer von Gewalt werden.

Gewalttaten gegen Frauen bis hin zu Tötungsdelikten beruhen auf einem hierarchischen Geschlechterverhältnis und der Vorstellung, dass Frauen keine Menschen mit eigenen Rechten sind, sondern der Besitz eines Mannes", erklärt Dr. Thela Wernstedt, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Die Fallzahlen häuslicher Gewalt steigen bundesweit stetig weiter an, die Dunkelziffer – vor allem in der Corona-Pandemie – wird noch deutlich höher geschätzt. Allein im Jahr 2019 sind in Niedersachsen 50 Frauen im Kontext häuslicher Gewalt durch einen männlichen Täter getötet und über 9.000 verletzt worden. Auch bei Bedrohung, Nötigung und Stalking sind bundesweit knapp 90 Prozent der Betroffenen weiblich. Wernstedt betont, dass besonders Stalking häufig unterschätzt wird: „Eine besonders hinterhältige Form der Gewalt ist Stalking. Nach einer Trennung oder auch nur einer eingebildeten Zurückweisung werden meist Frauen von Männern verfolgt und bedroht. Weder den Betroffenen, noch der Polizei, der Familie oder dem Freundeskreis der Betroffenen ist dabei klar, dass diese Frauen durch Stalking in Lebensgefahr schweben."

Die SPD-Politikerin plädiert deshalb für bessere Aufklärung und Interventionsmaßnahmen: „Es gibt Eskalationsstufen, die man kennen muss, um Gewalttaten zu verhindern. Hier müssen Beratungsstellen und die Polizei besser geschult werden, um das geplante und entschlossene Handeln der Stalker noch stärker zu durchbrechen. Stalking ist lebensbedrohlich! Betroffene Frauen müssen nicht nur beraten, sondern durch den ganzen Prozess begleitet werden. Wir müssen als Gesellschaft einen effektiven Gewaltschutz gewährleisten. Jeder Mensch kann Opfer von Stalking werden! Stalking geht uns alle an."

Abschließend verdeutlicht Wernstedt: „Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Niemand ist jemandes Besitz. Wir sind alle gleich viel wert!"


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